Der Johannestag – seit alters her ein Feiertag

Johanneskapelle im Spiegel

Die Elzer feierten wieder ihren traditionellen "Gehannsdoag"

Am Montag, den 24. Juni zelebrierte Dompfarrer Gereon Rehberg den traditionellen Gottesdienst zum "Gehannsdoag". Zu diesem festlichen Hochamt fanden sich zahlreiche Elzer an der Johanneskapelle ein, um St. Johannes den Täufer, den Schutzpatron unserer Pfarrkirche zu feiern.
Zu Beginn des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Rehberg bei den Elzer Musikanten für deren musikalische Umrahmung, bei den Mitwirkenden und Helfern aus der Elzer Pfarrgemeinde, den Freunden der Johanneskapelle und den Aktiven des Elzer Geschichtsvereins für die Organisation und die vielfältige Unterstützung.
Die erfolgreichen Initiativen des Geschichtsvereins ermöglichten bislang schon viele Sicherungs- und Verschönerungsarbeiten an dieser schönen Kapelle. Sichtbar ist dies durch das schöne schmiedeiserne Tor und hörbar durch die gestiftete Glocke, deren Geläut den Gottesdienst eröffnete. Als nächstes Projekt hat sich der Geschichtsverein Elz, dem die Pflege der Johanneskapelle sehr am Herzen liegt, die Erneuerung des Fußbodens vorgenommen. Sowohl die Kollekte im Gottesdienst als auch die Einnahmen beim anschließenden Wurst- und Getränkeverkauf kommen diesem Zweck zugute.
Schließlich begrüßte Pfarrer Rehberg auch die Kirmesburschen und Kirmesmädchen des Kirmesjahrgangs 2019, die ebenfalls den Gottesdienst mitfeierten und im Anschluss das Johannesfeuer entzündeten.

Die folgende Bildergalerie vermittelt einen Eindruck von der Feier:

Gedanken zur Johanneskapelle

von Josef Schmitt

In früheren Zeiten nahmen sich die Elzer an diesem Tag Urlaub um den Tag festlich zu begehen. Der Bau der Johanneskapelle steht im engen Zusammenhang mit der dortigen Heilquelle, die viele Kranke zur Genesung aufsuchten.

Die Ereignisse der Heilquelle veranlassten seinerzeit den Hadamarer Fürsten Johann-Ludwig eine Kapelle um 1641 zu erbauen. Sie trug den Namen Ihres Erbauers. In den Wirrnissen der Koalitionskriege von 1799 -1802, wurde die alte Johanneskapelle stark in Mitleidenschaft gezogen. Umherziehende Soldaten benutzten die Kirche als Pferdestall. Sie war mittlerweile so ruinös geworden, dass außer den Grundmauern nichts mehr übrig blieb. Der große Brand von Elz im Jahre 1850 und der Neubau der Elzer Pfarrkirche ermöglichten keine Renovierung der barocken Kapelle durch die Gemeinde.

 6000 Goldmark für die neue Johanneskapelle

Es ist in erster Linie dem Elzer Pfarrer Johannes Spring (Seelsorger von 1882 bis 1892) zu verdanken, dass ein Neubau der Kapelle angedacht wurde. Pfarrer Spring gelang es, die Elzer Familie Johann Faust zu einer Stiftung von 6000 Goldmark zu gewinnen. Eine Renovierung kam nicht in Frage, da die Kapelle stark verfallen war.

Es kam sogar zu einem neuen Vorschlag – ein Standort auf dem Schnatzenberg in Höhe der Anlagen. Dies wurde aber schnell wieder verworfen, obwohl der Gemeindevorstand zunächst mit diesem Vorschlag einer Verlegung einverstanden war. Es blieb schließlich doch beim alten Standort an der Heilquelle von 1630. Das Grundstück befand sich im Besitz der Gemeinde Elz.

Auf den Fundamenten der Vorgängerkirche – die nach Osten ausgerichtet war – wurde nach den Plänen von Diözesanbaumeister Max Meckel vom 12.1.1891 mit dem Bau begonnen. Die Kapelle im neugotischen Stil stellt eine sechseckige Kapelle mit fünfeckigem Chorraum und einer viereckigen Vorhalle dar. Die Kapelle ist nach Norden ausgerichtet und wurde aus heimischem Schalstein und Sandstein errichtet. Gleichzeitig mit dem Bau wurde auch die benachbarte Heilquelle neu gefasst und mit einer Gedenktafel versehen.

Diözesanbaumeister Max Meckel war ein bedeutender Architekt. Er entwarf mehr als 50 Kirchen, meist im neugotischen Stil. Auch das Elzer Pfarrhaus wurde von ihm entworfen. Sein Wirken als Architekt fand im Bistum überall großen Zuspruch. Er erbaute auch die Herz-Jesu-Kirche in Freiburg. Sie ist eine bauliche Nachbildung des Limburger Domes.