Ein Lebenswerk für Geschichte und Kunst

Josef Schmitt prägt Elz über Generationen

Mitgliederversammlung wählte ihn zum Ehrenvorsitzenden

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Elzer Geschichts- und Museumsvereins ist Josef Schmitt nach 38 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl als Vorsitzender angetreten. Mit seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur endet nicht nur eine außergewöhnlich lange Amtszeit, sondern eine Epoche, in der ein einzelner Ehrenamtlicher die historische. kulturelle und künstlerische Entwicklung der Gemeinde Elz maßgeblich mitgeprägt hat,

Seit 1988 stand Josef Schmitt an der Spitze des Vereins. Was zunächst mit dem Anspruch begann, die Geschichte des Ortes zu bewahren, entwickelte sich unter seiner Führung zu einem breit gefächerten kultureilen Gefüge, das weit über klassische Vereinsarbeit hinausgeht. Schmitt verstand Kultur nie als Selbstzweck, sondern als etwas, das sichtbar, zugänglich und im Alltag der Mensch en verankert sein muss.

Bürgermeister Matthias Schmidt brachte dieses Lebenswerk in seiner 'Würdigung auf den Punkt: „Was Josef Schmitt in Elz geschaffen hat, lässt sich mit dem Bau eines Hauses vergleichen. Der Geschichts- und Museumsverein ist das Fundament. Haus Loer, Johanneskapelle, Backes und Gemeindearchiv sind die tragenden Wände. Und die Eizer Kunststiftung ist das Dach, das alles schützt und für die Ewigkeit sichert." Damit habe Josef Schmitt „etwas Dauerhaftes geschaffen - und zugleich etwas völlig Neues, das es vor ihm so nicht gegeben hat".

Tatsächlich ist kaum ein Ort kultureilen Lebens in Elz denkbar, der nicht auf seine Initiative, seine Ausdauer oder seine Überzeugungskraft zurückgeht. Das Haus Loer steht heute als lebendiges Museum für eine Geschichtsarbeit, die nicht archiviert, sondern erzählt. Das Gemeindearchiv ist kein verschlossener Raum, sondern ein offener Ort der Erinnerung. Der Backes wiederum entwickelte sich - gegen anfängliche Zweifel - zu einem Zentrum gelebter Brauchtumspflege und Begegnung. Darüber hinaus ist Josef Schmitt der Motor der Eizer Kunstszene. Mit der Gründung der Elzer Kunststiftung hat er der Kunst im Öffentlichen Raum ein dauerhaftes Fundament. gegeben. Zahlreiche Skulpturen rund um den Backes und auf dem Rathausplatz gehen auf Stiftungen zurück, die unter seiner Federführung entstanden sind. Sie prägen heute das Ortsbild, laden zum Innehalten ein und machen Kunst selbstverständlich erlebbar - mitten im Alltag, nicht hinter Museumstüren.

Der stellvertretende Versitzende des Vereins, Bastian Hoffmann, würdigte diesen besonderen Gestaltungswillen: „Josef Schmitt war nie nur Verwalter. sondern immer Macher. Er hat Ideen nicht gesammelt, sondern umgesetzt, immer mit dem Blick auf das große Ganze. Ohne ihn wäre Elz kulturell nicht das, was es heute ist.

Kennzeichnend für Schmitts Arbeit war eine außergewöhnliche Beharrlichkeit. Projekte wurden über Jahre hinweg verfolgt, Fördermittel mit großem Geschick eingeworben und Netzwerke aufgebaut, die weit über- Elz hinausreichten. Hinzu kamen die von ihm organisierten Kulturreisen. die den Vereinsmitgliedern Geschichte und Kunst auf eindrückliche Weise näherbrachten und den Gemeinschaftssinn stärkten.

Bei der Jahreshauptversammlung wurde auch der Beitrag seiner Ehefrau Christel ausdrücklich hervorgehoben. Ihr Rückhalt im Hintergrund machte ein solches Maß an ehrenamtlichem Engagement über Jahr zehnte hinweg erst möglich.

Mit dem Ende desjahrzehntelangen Engagements von Josef Schmitt als Vorsitzender endet für den Elzer Geschichts- und Museumsverein eine Ära. Was bleibt, sind Orte, Kunstwerke, Strukturen und eine kulturelle Handschrift, die weit über den Verein hinaus Bestand haben wird. Als Ehrenvorsitzender des Vereins und Vorstandsmitglied der Elzer Kunststiftung wird er sich jedoch weiter seine Heimatgemeinde engagieren.