Brauchtumspflege - ein wichtiges Vereinsziel
Arbeit am Backes

Arbeit am Backes

Nach der Definition der UNESCO Konvention gehört Brauchtum in seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen zum immateriellen Kulturerbe: „Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten – sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume [sind], (...) für Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes anzusehen".[1] Somit hat die Pflege und der Erhalt des örtlichen Brauchtums einen hohen Stellenwert und eine Identität stiftende Wirkung. Aus der Analyse des Elzer Brauchtums entwickelte unser Verein vielfältige Maßnahmen zu dessen Erhalt. Diese Maßnahmen prägen unsere Arbeit seit der Gründung des Geschichts- und Museumsvereins.

Alter Backes und Backessteg

Als man das tägliche Brot noch in den gemeindeeigenen Backhäusern backte, waren diese Zentren der Dorfkommunikation - inklusive der Weitergabe neuester Tratschgeschichten. Dort wurde gesungen, es wurden Geschichten erzählt und das individuelle Brauchtum der Dörfer war besonders lebendig.
Das alte Elzer Backhaus, der "Backes", lag in der Bachgasse in der Nähe des "Backesstegs". Das einstöckige, mit Stroh gedeckte Wohnhaus enthielt einen Backofen und einen Speicher zur Lagerung der benötigten Utensilien. Zum "Backes" gelangten die Elzer nördlich des Erbachs über eine Fußgängerbrücke, die man "Backessteg " nannte.
Das Bild zeigt den "Backessteg", der unmittelbar vor der Bäckerei Sommer (heute Schützenhof) "die Bach" überquerte.
Im Jahr 1948 riss man ihn ab und ersetzte ihn durch eine Brücke.

Backessteg mit Bäckerei Sommer

Backessteg mit Bäckerei Sommer

Den ursprünglichen "Elzer Backes" hatte man schon Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen. So besaß Elz im Vergleich zu anderen Orten in der weiteren Umgebung relativ früh keinen "Backes" mehr. Der Name "Backessteg" für die kleine Fußgängerbrücke erhielt sich jedoch im Spachgebrauch der Elzer.

Ensemble: Brunnen und Backes

Im Jahr 1978 hatten Josef Weimer und der ehemalige Bürgermeister Günter Schmitt in Würzburg beschädigte Einzelteile eines alten Brunnens erworben. Schon damals wurde über die Errichtung eines Ensembles mit Backhaus und Brunnen beraten. Die Idee ruhte jedoch viele Jahre, bis die beharrlichen Bemühungen von Josef und Reinhold Schmitt in Zusammenarbeit mit engagierten Vereinsmitgliedern 2008 zur Realisierung des Projekts führten.

Vereinsprojekt "Neuer Backes"

Den entscheidenden Bestandteil eines Backes - den Ofen - hatte unser 1. Vorsitzender Josef Schmitt schon 2006 gekauft. Im Internet ersteigerte er damals die Gußteile eines historischen Backofens in Potsdam. Unmittelbar in der Nähe des Hauses Loer ergab sich dann für den Geschichts- und Museumsverein die Möglichkeit des Ausbaus einer kleinen Scheune zu einem neuen Backes. Mit finanzieller Hilfe der Gemeinde und einiger Sponsoren, weitgehend aber in Eigenleistung einiger Vereinsmitglieder, konnte das Vorhaben im Jahre 2008 verwirklicht werden. Zuvor hatte der Gemeindevorstand die Bildhauerin Barbara Hillebrand mit dem Entwurf des Partnerschaftsbrunnes beauftragt, der nun ein stilvoller Bestandteil der kleinen Anlage am Backes ist.

Elzer Skulpturenpark

Als wunderschöne Ergänzung stiftete Josef Schmitt zwei Bronzeskulpturen, "Das singende Mädchen" und "Die winkenden Mädchen". Die Skulpturen und der Brunnen schaffen eine Atmosphäre, die insbesondere an Sommerabenden den Aufenthalt "am Backes" zu einem Genuss für alle Sinne werden lassen.

Erfolg des Projekts

Bicht nur im Hinblick auf die Brauchtumspflege in Elz ist dieses Projekt "neuer Backes" ein voller Erfolg. Es finden dort Backtage, gesellige Sommerabende, Programme für Kinder und Jugendliche zur Weitergabe Elzer Brauchtums und Veranstaltungen unterschiedlicher Gruppierungen statt: Unser "neuer Backes" wird von Jung und Alt genutzt.
Hier finden Sie detailierte Informationen zu den "Brauchtumsaktivitäten" unseres Vereins: