Elz hat jetzt eine Kunststiftung

Josef Schmitt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass über 180 wertvolle Exponate zusammengekommen sind.

„Es gibt nicht viele Gemeinden, die sich so intensiv mit Kunst und Kultur auseinandersetzen, wie die Gemeinde Elz“, hat Landrat Michael Köberle (CDU) in seiner Festrede beim Gründungsempfang der neuen Elzer Kunststiftung im Historischen Rathaus gelobt. Für diesen Meilenstein innerhalb des gesellschaftlichen Lebens der Dorfgemeinschaft hat mit einer großzügigen Spende insbesondere der Kunstliebhaber und Sammler Josef Schmitt gesagt. Er arbeitet seit vielen Jahren daran, die Gemeinde Elz mit Kunstgegenständen und historischen Artefakten zu bereichern, unter anderem auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins Elz.

Im Juli 2023 kam Schmitt auf die Idee, eine Kunststiftung ins Leben zu rufen. In Karl Nießler, dem heutigen Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, fand er einen begeisterten Mitstreiter. Außerdem stieß Bastian Hoffmann als drittes Mitglied des Stiftungsvorstands dazu. Gemeinsam erreichten sie schon am 24. Juni dieses Jahres die Anerkennung der Elzer Kunststiftung durch den Regierungspräsidenten Christoph Ullrich. „Es handelt sich um die erste Stiftungsgründung in der Gemeinde Elz“, sagte Claudia Schmitt bei der Feier. Sie ist nicht nur eine der Töchter des Gründers, sondern auch Mitglied im Stiftungsbeirat.

Insgesamt konnten in Elz bereits über 180 Exponate zusammengetragen werden, deren Wert laut Gutachten bei über 400.000 € liegt, berichtete Stiftungsvorstandsvorsitzender Karl Nießler. Ein beachtlicher Wert. Auch der Landtagsabgeordnete Christian Wendel (CDU) war beeindruckt von diesem außerordentlichen Engagement, das er in dieser Form erstmals erlebe.

Die Werke des Künstlers Eduard Josef Müller nehmen einen besonderen Stellenwert in der Sammlung ein. „Der Künstler ist auch in verschiedenen Frankfurter Museen vertreten“, erzählte Josef Schmitt mit Stolz und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Wir haben jetzt in Elz die größte Sammlung seiner Kunstwerke deutschlandweit“. Er selbst hat über 30 Jahre Bilder des Künstlers gesammelt. Eduard Josef Müller stammte aus Ellenhausen im Westerwald, studierte Kunst in Düsseldorf, wirkte lange in Frankfurt und zog nach dem Ersten Weltkrieg zu seinem Sohn, der als Pfarrer in Elz tätig war. Zwischen 1918 und 1922 lebte er im Pfarrhaus, erkundete die Region mit dem Fahrrad und schuf zahlreiche Ölgemälde mit Elzer Motiven.

Die Elzer Kunststiftung beheimatet jetzt 42 seiner Werke 30 davon wurden von Josef Schmitt gestiftet, 12 vom Elzer Geschichts- und Museumsverein. Zu entdecken sind die St. Petersburger Maler, darunter auch Boris Semjonow, der im Mai 1996 anlässlich der Ausstellung russischer Künstler in Elz war. Außerdem die Werke von Julia Belot, die im Auftrag von Josef Schmitt, Ölbilder der 4 Elzer Kapellen schuf. Zum Stiftungsvermögen gehören aber auch verschiedene Skulpturen der Hadamarer Schule, die man überwiegend in der Johanneskapelle Elz bewundern kann, sowie 40 Exponate aus der etruskischen Sammlung des verstorbenen Zahnarztes Friedhelm Stier.

Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen

Bastian Hoffmann dankte im besonderen Josef Weimer, Reinhold Schmitt und Günter Stockhausen für die Katalogisierung der Werke und Josef Schmitt „als dem Motor“ der Kunststiftung, die sich auch durch das Ehrenamt der Tätigen in den drei Stiftungsorganisationen Beirat, Vorstand und Kuratorium auszeichnet. Katja Schmitt vertritt den Stiftungswillen ihres Vaters im Kuratorium. Hierzu gehört insbesondere die Unveräußerlichkeit der gestifteten Kunst und historischen Exponate zum Verbleib in der Gemeinde Elz sowie eine starke Partnerschaft mit dem Geschichts- und Museumsverein. Bewahren, Fördern und Präsentieren seien die Aufgaben der Stiftung, so Josef Schmitt.

Die Elzer Kunststiftung verfolgt das Ziel, durch eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten und Vereinen das kulturelle Erbe lebendig zu halten und das Bewusstsein für Kunst und Geschichte zu stärken. Durch Ausstellungen, Bildungsprogramme und Kooperationen soll die Stiftung als kultureller Impulsgeber in der Gemeinde Elz und der Region wirken und langfristig mehr Raum und Möglichkeiten schaffen, um die Kunst und Kulturgüter zu bewahren und zu pflegen.

Bürgermeister Matthias Schmidt (CDU) und die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Yvonne Schäfer (SPD) lobten diese Agenda und boten die Unterstützung der Gemeinde an, insbesondere auch bei der Präsentation der Exponate. Die Kunststiftung sucht jetzt Räume, in denen die Kunst dauerhaft bewahrt und ausgestellt werden kann. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Paula Müller als Sopranistin und David Jacob Schläger am Klavier begleitet.
Zum Abschluss begeisterte Uwe Balzer die Besucher mit Chopin Polonaise in As -Dur Opus 53.

NNP vom 27. August 2025

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